Ambrosi-Museum - Stallhofen, Graz und Region Graz, Steiermark

Ambrosi-Museum - Stallhofen - Graz und Region Graz
Ambrosi-Museum - Stallhofen - Graz und Region GrazAmbrosi-Museum - Stallhofen - Graz und Region GrazAmbrosi-Museum - Stallhofen - Graz und Region GrazAmbrosi-Museum - Stallhofen - Graz und Region GrazAmbrosi-Museum - Stallhofen - Graz und Region GrazAmbrosi-Museum - Stallhofen - Graz und Region GrazAmbrosi-Museum - Stallhofen - Graz und Region GrazAmbrosi-Museum - Stallhofen - Graz und Region GrazAmbrosi-Museum - Stallhofen - Graz und Region GrazAmbrosi-Museum - Stallhofen - Graz und Region GrazAmbrosi-Museum - Stallhofen - Graz und Region GrazAmbrosi-Museum - Stallhofen - Graz und Region GrazAmbrosi-Museum - Stallhofen - Graz und Region GrazAmbrosi-Museum - Stallhofen - Graz und Region GrazAmbrosi-Museum - Stallhofen - Graz und Region Graz

Gustinus Ambrosi-Museum Stallhofen

Das Gustinus Ambrosi-Museum der Marktgemeinde Stallhofen ist ein Kleinod, ein echter österreichischer Museums-Schatz, einmalig in Österreich. Es ist in der schönen Weststeiermark im Södingtal in der Region "Schilcherland und Lipizzanerheimat" gelegen. Das sogenannte Ambrosi-Haus wurde vom berühmten, international hoch geachteten und bekannten Bildhauer, Dichter und Philosophen Gustinus Ambrosi in den Jahren 1970 bis 1975 errichtet.

Mit dem Bau seines im toskanischen Stil errichteten Hauses in Stallhofen wollte sich Ambrosi ein Refugium für "seine alten Tage" schaffen. Nach dem Tod des Künstlers hat die Marktgemeinde Stallhofen mit der Witwe einen Leibrentenvertrag abgeschlossen und nach deren Tod das "Ambrosi-Haus" erworben, mit der Auflage, dieses Haus als Gedenkstätte und Museum für die Öffentlichkeit zu führen und zu erhalten.

Das Ambrosi-Haus enthält eine Reihe wertvoller Skulpturen und Büsten sowie einzigartige Antiquitäten und Raritäten aus dem Privatbereich des Künstlers. Darüber hinaus gibt es eine umfangreiche Bibliothek und Schriften, Drucke sowie Bildmaterial vom Leben und vom Werk dieses genialen Künstlers, der mit Recht als der "österreichische Michelangelo" bezeichnet wird. Er gilt neben Rodin als  einer der größten Porträtisten des 20. Jahrhunderts.

Sein Werk und seine Persönlichkeit sind in der ganzen Welt hochverehrt, bekannt und geachtet. Leider musste der Künstler in Österreich das traurige Schicksal erleiden, im eigenen Land nichts zu gelten und nicht anerkannt zu werden. So wurde nach seinem Tode das von der Republik Österreich für Ambrosi errichtete Museum im Wiener Augarten vom Belvedere, das mit der Verwaltung betraut wurde, im Jahr 2015 geschlossen. Seine in den Schauräumen ausgestellten Werke wurden in Depots verbracht und damit der Öffentlichkeit entzogen. Sie sind somit dem österreichischen Volk nicht mehr zugänglich.

Gustinus Ambrosi wurde am 24. Februar 1893 in Eisenstadt (dem damaligen Kismarton/Westungarn) als Sohn des Offiziers Friedrich Ambrosi und der Mutter Natalie Ambrosi, geb. Lángh geboren. Bereits als fünfjähriges Kind spielte Gustinus in Quartetten die Geige. Er galt als musikalisches Wunderkind mit glockenheller Stimme und einem absoluten Gehör. Im Jahr 1900 erkrankte Gustinus an einer epidemisch auftretenden Gehirnentzündung, die zu seiner völligen Ertaubung führte.

In der Prager Taubstummenanstalt Smichow, die Ambrosi von 1901 bis 1906 besuchte, schrieb er seine ersten Gedichte und schuf seine ersten Holzschnitzarbeiten. Mit 13 Jahren nahm ihn die große Bildhauer- und Dekorationsfirma Jakob Kozourek in Prag als Lehrling auf. Neben der Lehre als Bildhauer und Stuckateur nahm Ambrosi zusätzlich Modellierunterricht.

Bei Arbeiten an einer Prager Hausfassade im Juli 1908 stürzte ein Dachdeckergehilfe an ihm vorbei in die Tiefe. Gustinus Ambrosi, vom Anblick des Sterbenden stark bewegt, arbeitete die anschließende Nacht durch, um diesen ganz bestimmten Gesichtsausdruck festzuhalten, nämlich den Moment, in dem ein Mensch noch etwas - ein Letztes - zu sagen sucht, es aber nicht mehr vermag. Mit dieser Arbeit schuf er das geniale Frühwerk "Der Mann mit dem gebrochenen Genick". Dieses Werk begründete Ambrosis Ruhm als Bildhauer.

Nach dem Tode des Vaters am 4. November 1908 übersiedelte die Mutter mit den drei Söhnen nach Graz. Gustinus setzte hier seine Lehre fort und schloss sie in seinem 17. Lebensjahr mit der sogenannten Freisprechung ab. Nebenbei besuchte er noch als Lehrling die Meisterklasse für Modelleure der Grazer k. u. k. Staatsgewerbeschule. Hier wurde der junge Künstler vom Bildhauer Georg Winkler und vom Maler Daniel Pauluzzi gefördert.

In einem wahren Arbeitseifer schuf der junge Künstler nun Werk um Werk, parallel dazu schrieb er Tagebücher, widmete sich intensiv der antiken Literatur und schmiedete Verse. 1912 stellte Ambrosi erstmals 42 Plastiken im Grazer Landesmuseum aus und erhielt im selben Jahr den Staatspreis der österreich-ungarischen Monarchie. Außerdem übersiedelte Ambrosi nach Wien und studierte auf Empfehlung seiner Grazer Lehrer als Gasthörer bis 1914 an der Akademie derbildenden Künste bei den Professoren Josef Müllner, Edmund Ritter von Hellmer und Kaspar von Zumbusch.

Im Jahr 1913 sprach Kaiser Franz Josef I. dem 20-jährigen Künstler ein Staatsatelier im Wiener Prater auf Lebenszeit zu. Den widrigen Umständen während des Ersten Weltkrieges zum Trotz schuf Ambrosi nun folgende Werke: Wilhelm Kienzl (Komponist, Grazer Opernhaus, 1915), "Zyklus der Zerquälten" (1915), "Der ewige Frühling" (1916)  und erste Monumentalwerke wie "Die Blüte" (1916), "Der opfernde Abel" (1917) und das "Promethidenlos" (1917-1918).

1918 heiratete Ambrosi Anna Murmayer. Die gemeinsame Tochter Ingeborg, geboren 1919, verstarb 21-jährig an Nebennierenkrebs. Auch die zweite Ehe Ambrosis mit Marie-Luise Leopoldine Janik ging bald in Brüche. Die dritte Ehe mit der damals gerade 19-jährigen Berta (Beata) Mayer jedoch währte glückliche 47 Jahre.

Der Anschluss Österreichs an Groß-Deutschland im Jahr 1938 hatte auch für Ambrosi verheerende Folgen, sowohl auf sein Leben als auch auf sein künstlerisches Schaffen. Im März 1938 hielt er sich in der Schweiz auf. Mitte Juli kehrte er nach Wien zurück, wo ihn böse Überraschungen erwarteten. Die Gestapo durchforstete seine Ateliers und Privaträumlichkeiten und beschlagnahmte wertvolle Korrespondenzen und Gesprächsaufzeichnungen. Der Vorladung des Künstlers in die Wiener Gestapo-Zentrale am Morzinplatz folgten acht Tage Arrest mit stundenlangen schriftlich geführten Verhören.

Während der NS-Zeit erhielt Ambrosi von Generalbauinspektor Albert Speer den Auftrag eine Brunnengruppe für den Garten der Reichskanzlei zu schaffen. Beim zweiten Auftrag "Jungfrau mit Kuh", als Gegenstück zu "Herkules mit dem Stier" von Louis Tuaillons, blieb es bei Gipsausführung und Bronzemodell.

Ambrosi war ein unermüdlich Schaffender, der unbeirrbar für sein Werk lebte. Gesamt gesehen schuf er mehr als 2.300 Bildwerke in Ton, Gips, Bronze, Marmor, Granit, Blei, Silber, Holz, Aluminium, Eisen und Stahl. Ambrosi war nicht "nur" Künstler, er war ebenso ein großer Handwerker, der 23 Handwerke beherrschte.

Außer als Bildhauer trat Ambrosi auch als Dichter und Philosoph mit rund 600 Dichtungen in Sonettform an die Öffentlichkeit. Ambrosi erfuhr weltweite Anerkennung und Bewunderung und nahm zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen entgegen. Als weltoffener Künstler unterhielt er einen regen Gedankenaustausch mit Freunden in aller Welt.

Nach dem Krieg war Ambrosis Streben und Sinnen darauf ausgerichtet, wieder ein Staatsatelier zu bekommen. Er pochte daher auf sein von Kaiser Franz Josef I. verliehenes Anrecht auf ein "Bildhaueratelier auf Lebenszeit". Die Idee, einen Teil seiner Werke dem Staat und damit dem österreichischen Volk zu übergeben und im Gegenzug ein geeignetes Museum mit Atelier und Wohnbereich zu erhalten, verfolgte er mit großer Beharrlichkeit. Nach Entwürfen des Architekten Georg Lippert entstand schließlich in den 50-er Jahren der Gebäudekomplex im Augarten.

Am 20. Mai 1957 unterschrieb Gustinus Ambrosi den NOTARIATSAKT mit der Republik Österreich. 1971 hatte Prof. Gustinus Ambrosi mit der Schenkung von insgesamt 221 Werken in Bronze, Marmor und Gips an die Republik Österreich "seinen Teil des Vertrages erfüllt"!

Der in der ganzen Welt anerkannte und geschätzte Bildhauer, Dichter und Denker Prof. Gustinus Ambrosi erfährt in seiner Heimat, dem "Kunst- und Kulturland Österreich", aber ein echt österreichisches Künstlerschicksal: "Der Künstler im eigenen Land gilt NICHTS!". Mit Francesca Habsburg und Agnes Husslein begann die Kampagne gegen Ambrosi, seine Vertreibung aus dem ihm zugesprochenen Museum. Die wertvolle Hinterlassenschaft des Bildhauers wurde heimlich vom Belvedere in Depots abgeschoben und das "Ambrosi-Museum" im Augarten geschlossen.

Diese Vorgehensweise ist einer Kunst- und Kulturmetropole, als die sich Wien versteht, nicht würdig. Auch ist nicht nachvollziehbar, dass sich ein Vertragspartner über die gesetzlichen Bestimmungen des nach wie vor rechtsgültigen NOTARIATSAKTES hinwegsetzt und diese einfach ignoriert. Unter Punkt VII heißt es nämlich: "Nach dem Ableben des Herrn Professor Gustinus Ambrosi wird im Ausstellungstrakt die Sammlung der gemäß Pkt. II Abs. 1 und von ihm der Republik Österreich geschenkweise überlassenen Werke als ‚Ambrosi Museum‘ mit der Widmung weitergeführt, dass diese Werke dem österreichischen Volk in diesem Rahmen auf Dauer zu erhalten und zugänglich zu machen sind."

In seinen letzten Lebensjahren musste Ambrosi zusehends mit körperlichen und psychischen Problemen kämpfen. Am Montag, den 30. Juni 1975, setzte Ambrosi seinen Vorsatz in die Tat um: "Mich holt nicht der Tod, ich hole ihn!" Frühmorgens trank er ein Fläschchen Gift, um seinem Leben ein Ende zu setzen. Ambrosi wollte sich seinem Schicksal nicht willenlos überantworten. Einem Titanen gleich - bis zur letzten Stunde - bestimmte er das Ende eigenmächtig.

Ambrosi verstarb schließlich im Wiener AKH an einem Herz- und Kreislaufversagen infolge einer toxischen Schädigung um 01:40 Uhr, am Dienstag, den 1. Juli 1975.

Für die Marktgemeinde Stallhofen bildet das bildhauerische, dichterische und philosophische Vermächtnis Ambrosis Verpflichtung und Auftrag, für die kommenden Generationen die Botschaft seiner Ethik und Ästhetik in seinem Werk zu erhalten und weiterzugeben. Ausführliche Informationen zu Gustinus Ambrosi finden sie bei Wikipedia im Internet und HIER!

Öffnungszeiten & Preise

Besichtigung nach tel. Voranmeldung unter +43 664 9250333 (Dr. Reiter) oder +43 3142 2203817 (Gemeinde).

Anreise

Mit dem Auto:

Von Richtung Wien

  • Nehmen Sie die Südautobahn/E66 bis zur Ausfahrt "200-Mooskirchen", dann folgen Sie der B70 bis zum Ambrosi-Museum in Stallhofen.

Von Richtung Graz

  • Folgen Sie der Wetzelsdorferstraße, Steinbergstraße und L301 bis zum Ambrosi-Museum in Stallhofen.
Kontakt
Ambrosi-Museum
Kurator Dr. Hans Reiter
Stallhofen 2028152 StallhofenGraz und Region Graz Steiermark
+43 3142 2203817
+43 664 9250333
Wetter